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#denkst Fotoworkshop in Nürnberg

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Fotografieren für Blogger Jetzt ist es endlich soweit. Nach der fulminanten #denkst17 starten wir mit einer Reihe unterschiedlicher kleiner Workshops durch. Den Auftakt macht ein Fotoworkshop am 30.6./1.7.17 in Nürnberg. Trage dich hier in den Verteiler ein, um in Kürze Infos zum Workshop, Location und den Kosten zu erhalten. Aber ein paar Eckdaten haben wir…

Ihr habt die #denkst17 gerockt

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Habt vielen Dank – das war ganz wunderbar – nach und nach möchten wir hier eure Artikel über die #denkst17 sammeln, sowie die Vortragsslides anbieten. Also her damit an info@denkst.net zu den Eindrücken 2017…

Gespräch mit Elke Schneider vom Kuseum für Kommunikation Nürnberg

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Die Familienbloggerkonferenz denkst17 findet in diesem Jahr in ganz besonderen Räumen statt: wir gehen ins Museum für Kommunikation in Nürnberg!
Museum klingt staubig und langweilig? Mitnichten. Darum kümmert sich im Museum für Kommunikation Nürnberg Elke Schneider. Sie ist Museumspädagogin und sorgt dafür, dass kleine und große Besucher Objekte und Geschichten aus der längst vergangenen Zeit und der Gegenwart entdecken können.
Wir haben uns mit ihr über ihre Arbeit unterhalten und wollten wissen, wie sie Kindern den Umgang mit moderner Kommunikation vermittelt.

Frau Schneider, viele Menschen haben die Vorstellung, eine Museumspädagogin führt den lieben langen Tag Besuchergruppen durchs Museum, nachdem sie dicke Geschichtsbücher auswendig gelernt hat. Ist das so?

Oh nein, die Führungen sind nur ein kleiner Teil meiner Arbeit. Noch bevor ich jemandem eine Ausstellung zeigen kann, muss ich mir zunächst überlegen, wie ich das Ganze präsentiere. Moderne Museen unterscheiden sich im Aufbau komplett von denen, in die wir als Kinder an verregneten Feriennachmittagen geschleppt wurden. Früher gab es Vitrinen und Schaukästen, an denen man vorbeischlendern konnte. Heutzutage wird eine Ausstellung je nachdem, was sie vermitteln soll, konzipiert. Hier im Museum für Kommunikation besteht die Herausforderung darin, die breite Zielgruppe abzudecken. Zu uns kommen Kinder ab etwa vier Jahren, über Schulklassen und Erwachsenengruppen bis hin zu Senioren. Jeder einzelne Besucher möchte sich von den Ausstellungen angesprochen fühlen. Deswegen überlegen wir sehr genau, was wir dem Besucher wie zeigen können. Und welche Texte wie formuliert werden müssen, um beim Empfänger anzukommen.

Frau Schneider, viele Menschen haben die Vorstellung, eine Museumspädagogin führt den lieben langen Tag Besuchergruppen durchs Museum, nachdem sie dicke Geschichtsbücher auswendig gelernt hat. Ist das so?

Oh nein, die Führungen sind nur ein kleiner Teil meiner Arbeit. Noch bevor ich jemandem eine Ausstellung zeigen kann, muss ich mir zunächst überlegen, wie ich das Ganze präsentiere. Moderne Museen unterscheiden sich im Aufbau komplett von denen, in die wir als Kinder an verregneten Feriennachmittagen geschleppt wurden. Früher gab es Vitrinen und Schaukästen, an denen man vorbeischlendern konnte. Heutzutage wird eine Ausstellung je nachdem, was sie vermitteln soll konzipiert. Hier im Museum für Kommunikation besteht die Herausforderung darin, die breite Zielgruppe abzudecken. Zu uns kommen Kinder ab etwa vier Jahren, über Schulklassen und Erwachsenengruppen bis hin zu Senioren. Jeder einzelne Besucher möchte sich von den Ausstellungen angesprochen fühlen. Deswegen überlegen wir sehr genau, was wir dem Besucher wie zeigen können. Und welche Texte wie formuliert werden müssen, um beim Empfänger anzukommen.

Museumspädagogin Elke Schneider kommt gerne mit Besuchern ins Gespräch – gleich welchen Alters.

Was ist die Besonderheit am Museum für Kommunikation?

Neben dem heterogenen Zielpublikum ist der Gegenstand „Kommunikation“ eine weitere Herausforderung: wir zeigen hier Medien zur Kommunikation und beschäftigen uns mit der direkten Kommunikation als Grundlage. Die Erfahrung hat gezeigt: wenn wir bekannte Themen anbieten, ist das Interesse sehr groß. Die Besucher fühlen sich kompetent. So können wir an das Bekannte anknüpfen und neue Kompetenzen im Sinne der konstruktivistischen Lerntheorie anknüpfen.
Zum einen zeigen wir die Medien den Besuchern: angefangen mit der Schrift an sich, über die Postkutsche, einer originalen Rohrpost bis hin zu Smartphone und Tablet. Zum anderen versuchen wir mit den Besuchern darüber ins Gespräch zu kommen, was Kommunikation ist und wie sie funktioniert. Mit interaktiven Stationen stiften wir unsere Besucher dazu an, in kommunikative Prozesse zu gelangen. Es ist spannend, wie die Besucher auch miteinander ins Gespräch kommen, wenn ich auch mal eine Frage aus der Gruppe an die Gruppe zurückgebe. Gerade wenn es um Themen wie Datenschutz oder den Gefahren des Internets geht, gebe ich oft nur einen Hinweis und die Besucher kommen im Gespräch auf beeindruckende Ergebnisse. Die sich so auch besser einprägen.
Neben den Ausstellungen zum Thema Kommunikation und Medien bieten wir auch ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm an. So gab es in Kooperation mit dem mit dem Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V den Datendienstag, eine Vortragsreihe über Datenschutz im Internet, oder die erfreulich nachgefragte Reihe der Medienworkshops Smartphone-Einführung für Leute über 50. Für Kinder und Jugendliche machen wir einen extra konzipierten Rundgang zum Thema Daten und Passwort-Sicherheit , wir feiern in der Virtual Reality-Werkstatt Kindergeburtstage und arbeiten sogar mit Kindergärten zum Thema Kommunikation in der Tageszeitung zusammen. Das komplette Angebot für Einzelbesucher und Gruppen findet man hier

Eine alte Poststelle im Museum für Kommunikation Nürnberg.

Uns interessiert natürlich auch, wie sie zu Ihrem Beruf gekommen sind: Wie wird man Museumspädagogin?

Zunächst absolvierte ich ein Studium für das Lehramt an Gymnasien. Mein Fach, Kunst- und Werkerziehung, hatte aber keinen Bedarf an neuen Lehrern als ich meinen Abschluss in der Tasche hatte. Deshalb arbeitete ich für verschiedene Einrichtungen, wie Elternschulen, Häusern der Jugend und Volkshochschulen. Durch Zufall machte ich eine erste Führung im Museum und fing Feuer. Die Arbeit machte mir großen Spaß und so war ich sechs Jahre freie Mitarbeiterin an der Hamburger Kunsthalle. Das war eine tolle Zeit, denn ich lernte in der freiberuflichen Tätigkeit die unterschiedlichsten Leute kennen. Dann wurde ich hauptamtliche Museumspädagogin zunächst befristet am Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe und seit 1998 am Hamburger Museum für Kommunikation. Nach dessen Schließung kam ich nach Nürnberg. Hier gefällt es mir ausgesprochen gut und ich entdecke immer mehr Parallelen zwischen Franken und Hamburgern.
Außerdem bin ich aktiv im Vorstand des Bundesverbandes Museumspädagogik, dem Netzwerk von gut 1000 MuseumspädagogInnen aus dem ganzen Bundesgebiet.

Zum Abschluss haben wir noch drei Stichworte. Bitte sagen Sie uns, was die Begriffe für sie bedeuten:

Kommunikation

Frage ich Kinder, was für sie Kommunikation ist, antworten sie sofort mit: Telefonieren, Briefeschreiben und anderen Arten, Nachrichten zu übermitteln.
Für mich ist Kommunikation zunächst einmal der Austausch zwischen Menschen zur Verständigung. Dazu gibt es unterschiedliche Hilfsmittel: der direkte Austausch ist auch schon Kommunikation, nämlich mit Hilfe von Sprache, Gestik, Mimik oder Tonalität.
Kommunikation ist immer eine Herausforderung, weil Faktoren wie interkulturelle Unterschiede und vor allem die persönliche Interpretation den Austausch beeinflussen.
Spannend wird es, wenn Missverständnisse auftreten, dann wird man sich der Kommunikation bewusst. Bei den Online-Medien finde ich zurzeit Twitter am spannendsten.  Hier darf eine Nachricht nur 140 Zeichen lang sein: Es ist für mich eine sportliche Aufgabe, in dieser Kürze Inhalte in die Welt zu bringen oder auf Twitter Tagungen zu verfolgen. Die Knappheit kann Denkräume eröffnen, indem sie Spielraum für Interpretation schafft.

Moderne Kommunikation: Ausstellungsbereich im Museum für Kommunikation.

Vernetzung

Vernetzung ist ein spannendes Feld. Ich bin der Meinung, Menschen müssen sich vernetzen, um Dinge voran zu bringen. Durch eine Vernetzung kommt man in Kontakt mit Gleichgesinnten und kann so Wissen und Energie bündeln.
Interessant wird Vernetzung durch technische Hilfsmittel. So ist es möglich, sich auch mit räumlich entfernten Menschen zu verbinden und, Impulse von außen zu bekommen. Vielleicht sogar außerhalb der eigenen kulturellen Filterblase.

Vernetzung und Datenaustausch. Schautafel im Museum für Kommunikation Nürnberg.

Kommunikation für und mit Kindern

Hier im Museum sind wir Fachleute, was das Thema Kommunikation angeht. Gerade auch, was die neuen Medien betrifft. Uns liegt es aber fern, Kinder und Jugendliche belehren zu wollen.  Zu predigen „Das Internet ist gefährlich!“ oder „Du darfst Deine Daten nicht alle im Internet offenlegen!“ ist völlig zwecklos. Das geht auf der einen Seite rein und gleich auch auf der anderen wieder raus. Wir setzen auf achtsame Kommunikation nicht nur mit den Kindern und sehen unsere Aufgabe darin, Gespräche anzuregen und zu begleiten. Beim Kommunizieren  kommen – Kinder oft selbst auf die Grundlagen eines verantwortungsbewussten Umgangs mit neuen Medien.

Wer sich auf einen Tag im Museum mit der Familie vorbereiten will: Elke Schneider gibt hier hilfreiche Tipps für einen vergnüglichen Besuch.

Auf der denkst17 bieten wir für Kinder ab 4 vormittags zusammen mit dem Museum eine Enteckertour durch das Museum für Kommunikation an. Für den Nachmittag ist eine Schreibwerkstatt geplant: Briefe schreiben, wie früher.

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